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Wer ein bisschen Pepp in seinen Vortrag bringt, bleibt im Gedächtnis der Zuhörer hängen (Foto: clipart.com)
Im Meeting, auf Tagung, beim Kunden: Vorträge gehören zum Joballtag. Wenn sie humorvoll sind, werden die Zuhörer nicht nur den Inhalt, sondern auch Sie als Person positiv im Gedächtnis behalten. Starkomiker Dr. Eckart von Hirschhausen erklärt, wie das geht
1. Sei wach! Als Vortragender sollten Sie immer etwas wacher sein als Ihr Publikum. Machen Sie sich wie ein Fußballer "warm", indem Sie Grimassen schneiden, lächeln, lachen, gehen, hüpfen, die Arme kreisen, die ersten Sätze laut vor sich hin sprechen. Ihre Vorbereitung müssen ja nicht alle sehen. Aber es macht frisch – und das werden die Zuhörer spüren.
2. Der erste Eindruck zählt "You never get a second chance to make a first impression!" Nehmen Sie deshalb erst mal Blickkontakt auf, statt sich sofort auf die Technik zu stürzen. Dunkeln Sie den Raum nicht ab, damit man die ach so entscheidenden Folien besser sehen kann. Denn durch die Lampe am Lesepult werden Sie, von unten beleuchtet, aussehen wie Graf Dracula. Ihr Gesicht muss hell sein (ein Spotscheinwerfer neben der Projektionsfläche wirkt Wunder). Aber Vorsicht: nicht im Lichtkegel des Beamers stehen! Damit jetzt der Funken überspringt, tun sie das, was Sie auch bei einzelnen Menschen tun würden: anschauen und lächeln. Und dann erst den Mund aufmachen.
3. Small Talk bringt hohe Rendite Tauen Sie Ihre Zuhörer vor dem inhaltlichen Einstieg auf: mit einer kleinen Begrüßung, einem Scherz, einer Anekdote, vielleicht vom Weg zum Flughafen. Ob diese Geschichte tatsächlich eben erst passiert ist oder vor 20 Jahren oder nie, ist ziemlich egal. Die Botschaft ist lediglich: Ich bin zwar Experte für XY, aber auch ein Mensch. Ebenfalls gut: nette Bemerkungen über die Stadt, die Taxifahrt, das Hotel, die Tageszeit, die Kaffeepause, den bisherigen Höhepunkt Ihrer Reise etc.
4. Sandwiches heißen nach dem Belag, nicht nach dem Brot Ein Witz allein ist nicht die Lösung. Besser ist die "Sandwich-Technik": die Thematik ist das Brot und die humorvolle Bemerkung der Belag, der das Brot schmackhaft macht. Es muss allerdings zusammenpassen! Dafür können Sie zur hausgemachten Marmelade greifen ("Heute ist mein Thema Qualitätsmanagement. Wie wichtig das ist, wurde mir neulich klar, als ich las..."), aber auch zum fertigen Aufstrich (Bonmots, Zitate, Anekdoten, ein witziges Foto, ein Cartoon). Wann immer Sie selbst etwas lustig finden: sofort sammeln und in die Humorschatzkiste legen – aus der Sie vor jedem Vortrag den passenden Belag wählen können.
5. Kürze. Würze. Die Ratschläge von Schriftsteller Kurt Tucholskys für einen schlechten Redner gelten bis heute: "Kündige den Schluss an, und dann beginne Deine Rede von vorne. Dies kann man mehrere Male wiederholen." Aufhören lässt aufhorchen. Und: aufatmen. Jedem Redner ist man irgendwann dankbar. Spätestens nach dem Ende! Besser schon vorher. Also: Machen Sie's kurz!
6. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, ... wohl aber auf die Schnauze! Üben Sie also dort, wo das Scheitern weniger weh tut. Im Gespräch, am Telefon, im kleinen Kreis. Richtig locker wird man vor Publikum erst, wenn man mit Freude auch mal scheitern kann. Das Publikum liebt Sie genau für diesen Mut, ein Lächeln zu Riskieren. Viel Spaß!
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