Newsletter

Sie möchten regelmäßig Informationen und wertvolle Tipps erhalten? Dann registrieren Sie sich für unseren emotion-Newsletter.

EatSmarter!

Abkühlung: Die 5 besten Durstlöscher bei Hitze
Fettfalle: Die versteckten Dickmacher in Salaten

Penne all'arrabbiata – smarter
Raffiniert einfach!

Kostenloses Coaching

Exklusiver Vorteil: Als Abonnentin erhalten Sie jeden Monat professionelle Tipps von Coach Dr. Cornelia Topf und Psychologin Mai Ziertmann, die Sie im Leben wirklich weiterbringen.

WOMEN at WORK

Sie interessieren sich für Job-Tipps, Brancheninfos und Porträts interessanter Businessfrauen? Dann wird Ihnen das 40-seitige Sonderheft EMOTION WOMEN at WORK gefallen!

buch-tipp

In "Business Hero" verarbeitet Angelika Höcker die wichtigsten Mythen und Epen der Menschheitsgeschichte und leitet daraus einen Wegweiser für Menschen ab, die vor oder inmitten größerer Veränderungen stehen. Eine Empfehlung von managementbuch.de

EMOTION zum Selberlesen!

Lesen Sie EMOTION und lernen Sie sich und andere besser verstehen

Sie sind hier:

vom glück des scheiterns

von Ute Lauterbach

Hauptbild

In schwierigen Situationen sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. Und übersieht etwa, wie befreiend es ist, sich durch eine Krise vom Alltagstrott zu befreien (Bild: clipart.com)

Die Wirtschaftskrise macht vielen Menschen Angst. Doch die Philosophin Ute Lauterbach sieht in ihr auch eine große Chance. Weil geplatzte Träume auf neue, spannende Spuren bringen und uns von altem Ballast befreien

Kommt nach uns die Sintflut oder eine neue Sinnflut? Das hätten sich die auf der Überholspur rasenden Leistungskraftmeier fragen können. Sie wollten doch nur das Beste für sich und ihre Kinder und hatten es sich so schön vorgestellt: Wirtschaftswunder, unbegrenztes Wachstum, mehr Mehr in jeder Hinsicht als Inbegriff des Lebensglücks. Die momentane Wirtschaftskrise ist nicht nur Bankenpleite und Aufweichung der Demokratie, sondern mit ihr brechen für viele Menschen auch die Bausteine des Lebensglücks weg. Wenn die Banken zusammenkrachen und die Autos auf Halde liegen, wird es sinnlos, nicht enden wollenden Wohlstand auf die Glücksfahne zu schreiben. Aber was schreiben wir stattdessen darauf?

Glücklich sein - obwohl man nicht alles erreicht hat

In Krisenzeiten hat die Philosophie Hochkonjunktur und sie ist noch anspruchsvoller als die Wirtschaftswissenschaft, da sie das Ziel menschlichen Lebens nicht im wackeligen Einzelglück sieht, sondern in der Glückseligkeit – dem Zustand vollkommener Befriedigung und Wunschlosigkeit. Gefragt sind bei dieser Sinnsuche nicht die äußeren Glücksumstände (also: Wirtschaftswachstum), sondern die innere Glücksfähigkeit (also: Wunschlosigkeit). Das wunschlose Glück ist demnach nicht erreicht, wenn wir endlich alles haben, sondern wenn wir innere Fülle erleben in dem Bewusstsein, dass wir niemals alles haben werden.

So gesehen könnte diese Wirtschaftskrise der Startschuss für einen echten Gesinnungswandel sein. Wie gelingt das? Machen wir uns zunächst klar, dass wir es mit mindestens zwei Kategorien von Wirtschaftskrise zu tun haben: erstens die allgemein vorherrschende, zweitens die jeweils individuelle in Milliarden einzelner Köpfe. Auf Kategorie I haben wir keinen direkten Einfluss. Doch Kategorie II ist der Acker, den wir bestellen können, um so in einer sanften, inneren Revolution von unten sogar Kategorie I eine neue Orientierung zu geben. Das Gebot der Stunde ist, dass wir uns mit dem kollektiven wie persönlichen Scheitern auseinandersetzen.

Raus aus dem Trott!

Scheitern bedeutet nicht nur, dass uns das Leben – oder wir uns – einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, sondern auch, dass es uns einen Neuanfang beschert, uns aus unserem Trott herausreißt. Meistens finden wir das lästig, obwohl 80 Prozent der von mir Befragten sagen, dass sie ihr Scheitern im Nachhinein oft als das größte Glück einstufen. Hier tut sich eine Grundsatzfrage auf: Könnte es sein, dass uns gerade unser Scheitern auf eine günstigere Spur bringt? Das Scheitern als spannenderes Gelingen? Wenn wir uns mit dieser Sicht anfreunden, könnten wir das häufig segensreiche Im-Nachhinein vielleicht vorverlegen. Dafür plädiere ich.

Wer das Scheitern als Antrieb begreift, findet das in ihm verborgene Samenkorn anhand der Frage: Was ist der Vorteil am Nachteil? Vielleicht sagen Sie jetzt: „Wenn mein Geld dahinschmilzt und mein Stimmungsbarometer der Dax ist, dann sehe ich keinen Vorteil an der Wirtschaftskrise.“

Loslassen und zwei Hände frei haben

Doch ein Vorteil könnte darin liegen, sich vom Haben zum Sein zu bewegen. Der Philosoph Martin Heidegger macht auf den Unterschied von "brauchen" und "entbehren können" aufmerksam. Was brauchen wir wirklich? Was können wir entbehren? Der Krempel als Ballast! "Wer loslässt, hat zwei Hände frei", sagt man in China. Das Scheitern ganz anders deuten lernen, ist der erste große Schritt. Der zweite Schritt besteht darin, neu zu entdecken, wo wir eigentlich hinwollen: zum kauflosen, wunschlosen, vielleicht sogar grundlosen Glück. Glücklich sind wir, wenn unser Kopf frei und unser Herz weit ist. Dieses Glück zu fördern, könnte der Beginn eines neuen Zeitalters sein.

Wenn der Wirtschafts-Crash uns zur Morgenröte eines neuen Wertsystems führen würde, hätte sich die Krise gelohnt. Der Sinn, das Wesentliche, das Eigentliche haben eine Sogkraft, die in schweren Zeiten deutlicher wirken kann. Platon nannte sie "Eros" und verstand darunter den Entfaltungsdrang, mit dem wir über uns hinausstreben. Rufen wir die so definierte erotische Lebenskunst auf den Plan und besinnen wir uns auf alles, was das Herz weit und den Kopf frei macht.

Die Expertin: Ute Lauterbach ist Autorin und Philosophin. Unter anderem sind von ihr die Bücher "Lässig scheitern", (Kösel, 12,95 Euro) und „Werden Sie Ihr eigener Glückspilot“ (dtv, 9,50 Euro) erschienen. Darin zeigt sie den Weg zu einem glücklichen Leben auf: sich selbst treu zu werden. Lauterbachs Bücher, Vorträge und Seminare zur Schicksalsforschung sowie zur Glückssteigerung verführen zum Sinn im Unsinn. Blitzgescheit, lustig und konkret. Mehr unter www.ute-lauterbach.de.

Artikel druckenArtikel versenden

© emotion-coaching.de 2009, Emotion.de haftet nicht für die Inhalte externer Websites

E-Mail:
Anrede: Titel:
Vorname: Name:
Bitte füllen Sie die roten Felder aus und akzeptieren Sie die AGB.
abschicken
Benutzername:
Passwort:
  angemeldet bleiben login
Neu registrieren Passwort vergessen?